View Categories

Chirurgischer Wundverschluss und Nahttechniken

1. Materialkunde #

  • Monofil (z.B. Supramid/Ethilon): Glatte Oberfläche, geringe Plaqueadhäsion, aber hoher ‘Memory-Effekt’ (Knoten hält schlechter).
  • Polyfil/Geflochten (z.B. Vicryl): Gute Handhabung, weich, aber Kapillareffekt (Infektionsgefahr).
  • Resorbierbar vs. Nicht-resorbierbar: Wahl je nach Indikation und geplantem Termin zur Nahtentfernung (meist 7-10 Tage).

2. Nahttechniken #

2.1 Einzelknopfdraht #

Der Standardverschluss. Wundränder müssen spannungsfrei adaptiert werden. Knoten immer seitlich der Inzisionslinie platzieren.

2.2 Horizontale/Vertikale Matratzennaht #

Ermöglicht eine Eversion (Auswärtsstülpung) der Wundränder. Ideal zur Stabilisierung von Lappen und bei hoher Zugbelastung.

2.3 Umschlingungsnaht #

Sicherung der Papillen nach parodontalchirurgischen Eingriffen oder zur Fixierung von Kollagenvliesen in der Alveole.

3. Regeln der Nahtführung #

Immer ‘von locker nach fest’ (vom beweglichen Lappen zum feststehenden Gewebe) nähen. Nadel im 90°-Winkel einstechen. Abstand zum Wundrand ca. 2-3 mm.