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Intraorale Röntgendiagnostik – Einstelltechnik und Auswertung

1. Rechtfertigende Indikation #

Jede Röntgenaufnahme erfordert eine rechtfertigende Indikation. Ziele: Kariesdiagnostik (Bissflügel), apikale Beurteilung (Einzelzahn), Parodontalstatus.

2. Einstelltechniken #

  • Rechtwinkeltechnik: Goldstandard unter Verwendung von Haltersystemen (z.B. Rinn-Halter). Der Zentralstrahl steht senkrecht auf der Zahnachse und der Sensorebene. Minimiert Verzerrungen und Überlagerungen.
  • Halbwinkeltechnik: Nur indiziert, wenn Halter nicht einsetzbar sind (z.B. flacher Gaumen). Der Strahl steht senkrecht auf der Winkelhalbierenden zwischen Zahnachse und Sensor.
  • Bissflügelaufnahme: Optimale Darstellung der approximalen Karies und des marginalen Knochenniveaus. Zentralstrahl verläuft parallel zu den Kauflächen.

3. Qualitätsmerkmale und Fehlerquellen #

  • Kontrast und Schärfe: Abhängig von Belichtungszeit (ms) und Röhrenspannung (kV).
  • Positionierungsfehler: ‘Cone-cut’ (Abschattung durch Tubusrand), Elongation (Zahn zu lang) oder Stauchung (Zahn zu kurz).
  • Überlagerungen: Nicht aufgelöste Approximalkontakte durch falschen horizontalen Einstrahlwinkel.

4. Systematische Auswertung (Befundung) #

  1. Kronenbereich (Karies, Restaurationen).
  2. Radikulärer Bereich (Wurzelanzahl, Form, obliterierte Kanäle).
  3. Parodontaler Spalt und Lamina dura.
  4. Apikale Region (Osteolysen, apikale Ostitis).