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1. Akutdiagnostik der Mund-Antrum-Verbindung #
Eine MAV entsteht meist bei der Extraktion von Oberkiefermolaren durch die anatomische Nähe zum Sinus maxillaris. Diagnose: Nasen-Blas-Versuch (Patient hält Nase zu und baut Druck auf -> Zischen/Blasen in der Alveole). Sondierung mit der Knopfsonde (Gefühl des ‘Fallens’ in die Leere).
2. Operationstechnik: Der vestibulär gestielte Lappen #
- Schnittführung: Trapezförmige Inzision im Vestibulum. Die Basis des Lappens muss im beweglichen Gewebe (Mucosa) deutlich breiter sein als am Alveolarrand, um die arterielle Versorgung (A. infraorbitalis/A. buccalis) zu sichern.
- Periostschlitzung (Der entscheidende Schritt): Nach Abheben des Mukoperiostlappens wird das straffe Periost an der Lappenbasis horizontal mit dem Skalpell eingekerbt. Erst dadurch gewinnt der Lappen die nötige Elastizität, um spannungsfrei über die Extraktionswunde gezogen zu werden.
- Wundrand-Auffrischung: Das palatinale Epithel am Wundrand der Alveole muss kreisförmig exzidiert werden (Scharf-Schnitt), damit Bindegewebe auf Bindegewebe trifft.
- Nahtverschluss: Primärer Verschluss mit nicht-resorbierbarem, monofilem Nahtmaterial (z.B. 4-0 oder 5-0). Vorzugsweise Matratzennähte zur Eversion der Wundränder.
3. Postoperatives Management #
- Medikation: Antibiotische Abschirmung (z.B. Amoxicillin/Clavulansäure), abschwellende Nasentropfen (zur Belüftung des Sinus).
- Verhalten: 14 Tage kein Schnäuzen, Niesen nur bei offenem Mund, weiche Kost, keine körperliche Anstrengung.
