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1. Grundlagen der Klammerführung #
Ein Halteelement (Klammer) besteht aus dem Klammerarm (retentiver Teil), der Klammerschulter (stützender Teil) und der Klammerauflage (Übertragung der Kaukraft in der Zahnachse). Die Retention entsteht durch das Unterfahren des prothetischen Äquators.
2. Material und Instrumentarium #
- Material: Gebogene Klammern aus federhartem Edelstahldraht (meist 0,8 – 1,0 mm Durchmesser). Gegossene Klammern aus CoCr-Legierung (Modellguss).
- Zangen: Drei-Backen-Zange (Aderer-Zange) für kontrollierte Biegungen, Kramponzange für grobe Anpassungen.
3. Technik der Klammeranbiegung (Biegeregeln) #
- Punktuelles Biegen: Den Draht niemals an derselben Stelle mehrfach hin- und herbiegen (Gefahr der Materialermüdung und des Bruchs).
- Verlauf: Der Klammerarm muss dem prothetischen Äquator folgen. Nur das letzte Drittel des Klammerarms (die Klammerunterseite) darf unterhalb des Äquators in der Infrawölbung liegen.
- Klammerauflage: Muss fest in der präparierten Auflage (Occlusal Rest) liegen, um ein Absinken der Prothese zu verhindern.
4. Aktivierung in der Praxis #
Wenn die Prothese keinen Halt mehr hat, muss die Klammer aktiviert werden. SOP: Die Klammer wird mit der Drei-Backen-Zange vorsichtig Richtung Zahn (in die Infrawölbung) gebogen. Cave: Gegossene Klammern sind spröde und brechen bei zu starker Aktivierung leicht!
5. Fehlerquellen #
Zu starker Druck auf den Pfeilerzahn (Klammer fungiert als ‘Kieferorthopädie’), was zu Zahnlockerungen führt. Scharfe Klammerenden können die Wange oder Zunge traumatisieren.
