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Inzisionstechniken und Lappendesign

1. Grundlagen der Schnittführung #

Das Ziel jedes Lappendesigns ist der optimale Zugang zum Operationsgebiet bei gleichzeitiger Schonung der Blutversorgung (Vaskularisation) und Vermeidung von Narbenzügen.

2. Lappentypen #

  • Randschnitt (Envelope-Flap): Inzision im Sulkus ohne vertikale Entlastung. Vorteil: Gute Ästhetik, einfache Naht. Nachteil: Begrenzte Übersicht nach apikal.
  • Dreieckslappen: Randschnitt mit einer vertikalen Entlastung. Gute Übersicht bei moderater Invasivität.
  • Trapezlappen: Randschnitt mit zwei mesialen und distalen Entlastungen. Maximaler Zugang (z.B. für WSR oder komplexe Osteotomien).
  • Paralleltrapezlappen (nach Wassmund): Schnittführung im beweglichen Gewebe (nicht marginal). Einsatz v.a. bei Wurzelspitzenresektionen.

3. Regeln für Entlastungsschnitte #

Entlastungen sollten niemals direkt über einer knöchernen Läsion oder in der Mitte einer Papille liegen. Die Basis des Lappens muss immer breiter sein als der Rand, um die arterielle Versorgung zu sichern. Vertikale Schnitte erfolgen leicht divergent nach apikal.

4. Klinische Tipps #

Scharfe Schnittführung in einem Zug bis auf den Knochen (mucoperiostal). Stumpfes Ablösen des Lappens mit dem Raspatorium (z.B. nach Williger), um das Periost nicht zu zerfetzen.