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Analoge Abformung (Präzisionsabformung)

1. Materialkunde #

  • A-Silikone (Vinylpolysiloxane): Hohe Dimensionsstabilität, sehr präzise, gut lagerfähig.
  • Polyäther (z.B. Impregum): Beste Benetzbarkeit (hydrophil), hohe Endhärte, ideal für komplexe Implantat- oder Brückenversorgungen.

2. Abformtechniken #

2.1 Korrekturabformung (Zweizeitig) #

Erstabformung mit Putty (zäh) -> Platzhalter schaffen (Ausschneiden von Abflussrinnen) -> Zweitabformung mit Wash-Material (dünnfließend). Gefahr: Deformation der Erstabformung bei zu hohem Druck (Rückstellelastizität).

2.2 Doppelmischabformung (Einzeitig) #

Gleichzeitiges Anmischen von heavy body (auf dem Löffel) und light body (direkt auf den Stumpf appliziert). Vorteil: Keine Deformation durch zweizeitiges Vorgehen.

3. Durchführung und Fehlervermeidung #

  • Löffelauswahl: Ausreichende Extension nach distal, kein Kontakt der Zähne zum Löffelrand. Verwendung von Adhäsiv (Haftvermittler) zwingend erforderlich.
  • Blutstillung: Abformung nur in absolut blutfreiem Feld. Ggf. Einsatz von Hämostyptika (Eisen-III-Sulfat vermeiden bei Adhäsiv-Befestigung!).
  • Desinfektion: Tauchdesinfektion (10-15 Min) nach Protokoll, um Dimensionsänderungen zu minimieren.

4. Beurteilungskriterien #

Vollständige Darstellung der Präparationsgrenze (360°), blasenfreie Wiedergabe der Kauflächen, keine Materialabrissspuren im Sulkusbereich.