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Überkappungstherapie (Direkt und Indirekt)

1. Definition und Zielsetzung #

Maßnahmen zum Erhalt der Vitalität der Pulpa bei pulpanaher Karies (Caries profunda) oder akzidenteller Eröffnung. Ziel ist die Induktion von Tertiärdentin (Dentinbrücke) durch biokompatible Materialien.

2. Indirekte Überkappung (Cp) #

Indiziert, wenn nach vollständiger Exkavation eine extrem dünne, aber geschlossene Dentinschicht über der Pulpa verbleibt. SOP: Applikation von Calciumhydroxid-Präparaten (z.B. Calxyl) oder speziellen Linern zur Desinfektion und Reizsetzung. Definitive adhäsive Restauration erfolgt unmittelbar, um den bakteriendichten Verschluss zu garantieren.

3. Direkte Überkappung (P.a.) #

Indiziert bei punktförmiger Eröffnung (< 1mm) im gesunden Dentin. Voraussetzungen: Absolute Trockenlegung (Kofferdam), keine vorangegangenen Spontanschmerzen, Blutung muss innerhalb von 2-3 Min. mit NaOCl-Pellet stillbar sein.

4. Materialwahl: MTA vs. Biodentine #

  • MTA (Mineral Trioxide Aggregate): Exzellente Randdichtigkeit, bioaktiv, jedoch lange Abbindezeit und Gefahr von Verfärbungen.
  • Biodentine: Ähnliche Eigenschaften wie MTA, aber schneller belastbar und keine Verfärbungstendenzen.

5. Prognosekontrolle #

Regelmäßige Vitalitätsprüfung und Röntgenkontrolle nach 3, 6 und 12 Monaten. Ein Ausbleiben der Reaktion bei klinischer Beschwerdefreiheit kann auf eine Dentinbrücke hindeuten, erfordert aber engmaschige Beobachtung.