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Professionelle Zahnreinigung (PZR) – Systematischer Ablauf

1. Definition und Zielsetzung #

Die PZR ist eine über das häusliche Maß hinausgehende Reinigung der Zähne von supragingivalen und gingivalen Belägen sowie Verfärbungen. Ziel ist die Senkung der Bakterienlast zur Prävention von Karies und Parodontitis.

2. Klinischer Behandlungsablauf (SOP) #

2.1 Befunderhebung und Indizes #

Anamnese-Update (z.B. Endokarditis-Prophylaxe nötig?). Erhebung von Indizes zur Patientenmotivation: API (Approximalraum-Plaque-Index) und SBI (Sulcus-Blutungs-Index). Anfärben der Plaque zur Visualisierung für den Patienten.

2.2 Grobreinigung und Konkremententfernung #

Entfernung von harten Belägen (Zahnstein) mittels Ultraschall-Scalern (Piezo-Technik). Parameter: Geringe Leistungsstufe, ständige Wasserkühlung, parallele Führung des Arbeitsendes zum Zahn (Vermeidung von Schartenbildung).

2.3 Pulverstrahlreinigung (Air-Polishing) #

Einsatz von Pulver-Wasser-Strahlsystemen (z.B. Airflow). Materialwahl: Calciumcarbonat oder Natriumbicarbonat für starke Verfärbungen (nur supragingival); Glycin- oder Erythritol-Pulver (Korngröße < 25µm) für die schonende subgingivale Biofilmentfernung und bei Implantaten.

2.4 Feinreinigung und Politur #

Entfernung von Restverfärbungen mittels Handinstrumenten (Scaler/Küretten). Obligatorische Politur aller Zahnflächen mit rotierenden Kelchen/Bürstchen und Polierpasten absteichender Abrasivität (RDA-Werte beachten). Ziel: Eine glatte Oberfläche erschwert die Neubesiedlung durch Biofilm.

2.5 Fluoridierung und Re-Instruktion #

Applikation von Fluoridlacken (z.B. Duraphat) oder Gelen zur Remineralisation. Individuelle Beratung zu Interdentalbürsten und Putztechniken (z.B. modifizierte Bass-Technik).

3. Komplikationen und Kontraindikationen #

  • Aerosolbildung: Cave bei infektiösen Patienten.
  • Pulverstrahl: Nicht auf Weichgewebe richten (Emphysemgefahr!). Vorsicht bei Patienten mit salzarmer Diät (bei Bicarbonat-Pulvern).