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Gingiva-Management und Retraktionstechniken

1. Zielsetzung #

Temporäre Erweiterung des Sulkus zur Darstellung der Präparationsgrenze für die analoge oder digitale Abformung sowie zur Blutungskontrolle.

2. Die Zwei-Faden-Technik (Goldstandard) #

Diese Technik bietet die höchste Präzision für die Darstellung der zervikalen Stufe.

  1. Erster Faden (000 oder 00): Einlegen eines sehr dünnen, meist ungetränkten Fadens in den Boden des Sulkus. Er verbleibt während der Abformung im Sulkus und verhindert das Einfließen von Sulkusfluid.
  2. Zweiter Faden (0 oder 1): Einlegen eines dickeren, ggf. in Adstringentien (z.B. Aluminiumchlorid) getränkten Fadens über den ersten Faden. Dieser sorgt für die mechanische Verdrängung der Gingiva nach lateral.
  3. Wartezeit: Ca. 5-10 Minuten zur Gewebestabilisierung.

3. Alternative Methoden #

  • Retraktionspasten: (z.B. Expasyl/Traxodent). Druckapplikation von aluminiumchloridhaltigen Pasten. Vorteil: Gewebeschonend. Nachteil: Geringere mechanische Verdrängung bei subgingivalen Rändern.
  • Elektrotomie/Laser: Abtragung von überschüssigem Zahnfleisch bei Gingivahyperplasie oder zur Freilegung tiefer Ränder.

4. Klinische Tipps #

Die Fäden müssen vor der Entnahme (des zweiten Fadens) leicht befeuchtet werden, um das Epithel nicht aufzureißen und Nachblutungen zu vermeiden.