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1. Indikation und Materialwahl #
Vollkeramische Restaurationen erfordern eine spezifische Geometrie zur Vermeidung von Spannungsspitzen. Lithiumdisilikat (e.max): Hohe Ästhetik, adhäsive Befestigung empfohlen. Zirkonoxid (monolithisch): Hohe Festigkeit, konventionelle Zementierung möglich.
2. Technische Parameter & Instrumentarium #
- Drehzahlen: Turbine (wassergekühlt) 300.000 RPM für den Grobabtrag; rotes Winkelstück (1:5) 40.000 RPM für das Finieren.
- Bohrer-Satz: Torpedo-Diamant (ISO 014/016) für die Hohlkehle, okklusaler Reduzierer (Ei-Form oder Rad-Form), feinkörnige Finierer (gelber Ring).
3. Klinischer Ablauf #
3.1 Vorbereitung #
Anästhesie und Farbbestimmung. Erstellung eines Silikonschlüssels (Knet-Silikon) zur intraoralen Kontrolle des Abtrags. Gegebenenfalls diagnostisches Wax-up/Mock-up bei ästhetisch anspruchsvollen Fällen.
3.2 Präparationsrichtlinien #
- Präparationsform: Ausgeprägte Hohlkehle (Chamfer) oder Stufenpräparation mit abgerundeter Innenkante (90° Schulter vermeiden).
- Mindestschichtstärken: Okklusal 1,5-2,0 mm (Zentralfossa beachten!); zirkulär 1,0-1,5 mm. Divergenzwinkel der Stümpfe: 4° bis 6° zur Sicherstellung der Retention.
- Präparationsgrenze: Idealerweise equigingival oder leicht supragingival (0,5 mm) zur Schonung der biologischen Breite.
3.3 Finieren #
Entfernung aller scharfen Kanten und Übergänge. Die Stumpfoberfläche sollte seidig matt sein. Scharfe Inzisalkanten bei Frontzähnen müssen abgerundet werden, um das Risiko von Keramikfrakturen (Chipping) zu minimieren.
4. Fehlerquellen #
- Unterminierungen: Verhindern die Eingliederung und führen zu Fehlern beim digitalen Scan.
- Zu geringer Abtrag: Führt zu instabilen Restaurationen oder Überkonturierung (Plastizität des Materials).
